Hundeerziehung – Sichtweisen und Erziehungstipps

Hund Erziehung
Wer sich einen Hund zulegen möchte oder es bereits getan hat, der wird sich früher oder später auch mit dem Aspekt der Erziehung beschäftigen müssen. Hunde erziehen sich nämlich in der Regel nicht von alleine und unterliegen der Verantwortung des Besitzers. Natürlich ist nicht jeder Besitzer ein Profitrainer oder hat sich mit der Erziehung von Hunden viel beschäftigt. Auch kann nicht ein jeder die Zeit dafür finden in eine Hundeschule zu gehen, weswegen die Hundeerziehung einem selbst überlassen bleibt. Vor der Anschaffung eines Hundes sollten Sie also gut überlegen, ob Sie sich der Anforderung Hundeerziehung gewachsen fühlen. Wenn nicht, so stehen Ihnen zahlreiche Hundeschulen, Lehrbücher oder Ratgeberseiten im Internet zur Verfügung.

 

Grundlegende Faktoren bei der Hundeerziehung

Natürlich gibt es verschiedene Rassen und diverse Merkmale oder Verhaltensweisen, welche die jeweilige Rasse prägen. Allerdings gelten einige Regeln bei allen Hunderassen gleich und dafür müssen Sie zunächst das Denken eines Hundes im Allgemeinen verstehen. Bedenken Sie, dass Sie den Hund Ihren alltäglichen Anforderungen und Lebensbedingungen anpassen wollen und nicht anders herum. Das bedeutet, dass ein Hund erst lernen muss, wie das Leben mit einem Menschen funktioniert und welche Regeln es dort gibt. Andernfalls wird sich der Hund immer nur nach seinem Instinkt richten und dieser ist in heutiger Gesellschaft oft unangebracht. Wie schwierig die Hundeerziehung wird, das kann Ihnen vorab keiner sagen. Allerdings gibt es schon Hunderassen, die als schwer oder leicht erziehbar deklariert werden können. Beispielsweise ist der Rottweiler oder der Akita eher schwierig, da diese Rassen eine klare Führung fordern und kaum Fehler erlauben. Dalmatiner oder Collies verzeihen Anfängern schon eher kleine Ungereimtheiten in der Erziehung. Auch gibt es Rassen wie beispielsweise der Dackel, der Chihuahua oder der Pinscher, welche erst einmal darüber informiert werden müssen, dass es überhaupt Regelungen gibt. Aber keine Sorge: Jeder Hund ist erziehbar.

Regel Nummer 1 – werden Sie der Anführer im Rudel

Hunde leben instinktiv nach dem Rudelprinzip und dieses werden Sie ihm auch nicht austreiben können. Demokratische Verhaltensweisen kennt Ihr Hund nicht und wird sie auch nie verstehen. Soll heißen, dass ihr vor einer Situation oder einer Sache nicht erst miteinander diskutieren könnt, Vor- und Nachteile abwägen solltet und dann nach persönlichem Empfinden abstimmen dürft. Ein solches Verhalten ist unmöglich und Hunde möchten so auch gar nicht leben. Ein Hund wünscht sich einen Anführer, dem er blind vertrauen kann, der für seine Sicherheit garantiert, der für die Nahrung und das Dach über dem Kopf sorgt und der ihn nie im Stich lässt. Können Sie dem Hund genau das bieten, werden Sie wohl den treuesten Begleiter auf Mutter Erde haben, denn Ihr Hund ist glücklich.
Andernfalls wird Ihr Hund selbst die Führung übernehmen, denn nach seinen Regeln muss dies einer tun. Und sollte dieser Fall eintreten, haben Sie am Ende einen ziemlich unkontrollierbaren Vierbeiner an der Seite. Die Folgen äußern sich im Leineziehen (schließlich muss er immer vorangehen und Sie mitführen), in unkontrollierten Bell- und Beißattacken anderen gegenüber (er muss Sie ja auch verteidigen) und in einem mehr als unruhigen Hund, der immer auf der Hut ist und über Sie wacht. Vielleicht interpretieren Sie Fehlverhalten nun etwas anders. Seien Sie das Leittier und der Rest ist ein Kinderspiel.

Regel Nummer 2 – Grundkommandos trainieren

Bestimmte Kommandos sind für Sie und Ihren Hund unabdingbar, denn nur so können Sie sein Verhalten steuern und kontrollieren. Der Hund sollte „Sitz“ machen können, wenn Sie an einer vielbefahrenen Straße stehen, er sollte „Platz“ beherrschen, wenn Sie den Hund in Ihre Arbeit mit nehmen möchten und er sollte das Wort „Aus“ können, um zu wissen, wann seine Belleskapaden ein Ende haben müssen.
Bedenken Sie jedoch, dass der Hund die Kommandos nur dann ausführt, wenn Sie sein Leittier sind und ihm etwas zu sagen haben. Immerhin tut er dies nur, um es Ihnen recht zu machen, wirklich verstehen wird er den Sinn hinter Sitz, Platz und Bleib natürlich nicht, er kann sie nur umsetzen – für Sie!

Regel Nummer 3 – das Belohnungsprinzip ja oder nein?

Ein Hund ist ein Tier, welches vom Wolf abstammt und in freier Natur strengen Gesetzen unterliegt. Sicherlich ist das oft gehörte Belohnungsprinzip ein Sinnvolles, denn Schläge und Strafe versteht ein Tier nicht. Positives und erwünschtes Verhalten sollte also immer mit Freude, Zuwendung oder Leckerlies belohnt werden, unerwünschtes Benehmen kann ignoriert werden oder mit grummeligen Tönen dokumentiert sein. Ab und an kann ein angedeuteter „Biss“ mit den Fingern am Hals des Hundes durchaus angebracht sein. Beispielsweise dann, wenn der Hund nach einem Kind oder anderen Menschen schnappt, wenn er Ihnen gegenüber plötzlich aggressives Verhalten zeigt, um seine Grenzen auszutesten oder wenn er Sie bewusst respektlos behandelt und sogar anpinkelt. Vergleichen Sie es mit dem bekannten Klaps auf den Po beim Kind, der auch manchmal angebracht ist.

Regel Nummer 4 – Vermenschlichung vermeiden

Sehr viele Hunde werden heutzutage viel zu sehr vermenschlicht und auch so behandelt. Und dabei geht es nicht nur um das Anziehen von Hundekleidung, sondern um viele andere Faktoren. Der Hund darf mit im Bett schlafen, auf dem Sofa neben dem Herrchen sitzen oder bekommt Essen vom Tisch. Sicherlich lieben Sie Ihren Hund und möchten ihm sein Leben so schön wie möglich machen. Doch bedenken Sie, alles was Sie tun, immer aus der Sicht Ihres Hundes zu betrachten. Ein Hund, der mit Ihnen im Bett oder auf dem Sofa schläft, stellt sich in der Rangordnung Ihnen gleich, was in der Erziehung zu Problemen führen kann. Futter vom Tisch bedeutet für Ihn, dass Ihre Nahrung auch gleichzeitig seine ist und es kein Mein oder Dein mehr gibt. Ziehen Sie daher Grenzen. Wir sagen nicht, dass ein Hund nie auf dem Sofa sein darf oder im Bett schlafen kann. Wer allerdings Probleme bekommt, der muss die Regeln neu festlegen.

Die Hundeschule – wann ist der Besuch sinnvoll?

Es ist ab dem Welpenalter immer sinnvoll eine Hundeschule zu besuchen. Allerdings können viele Regeln und Grundsätze auch selbst beigebracht werden. Viele Hundeschulen haben auch oft nur den Zweck, dass soziales Verhalten trainiert wird und der Hund Spielgefährten hat. Können Sie ihm die nicht bieten, so ist ein Besuch für den Hund in der Hundeschule sicherlich eine schöne Erfahrung. Und vielleicht lernen auch Sie noch etwas dazu, vor allem wenn es darum geht, Grundkommandos anzutrainieren und zu festigen.

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